9 Von unbedachten Geschenken

 

Hallo liebe Leser,

nochmals ein Hallo an alle Leser von diesem Blog. Jedem Anfang wohnt ein neuer Zauber inne – Und unverhofft, kommt oft. Es gibt Ding, auf die wir Einfluss haben und es gibt eben jene solche, denen wir doch recht machtlos gegenüberstehen. So auch das letzte halbe Jahr in meinem privaten Leben. Ich bitte daher die Schreibpause zu verzeihen und wir schauen heute wieder frohen Mutes und gespannt auf einen neuen Beitrag.



Unseren kleinen imaginären Tierparkbesuch, den wir bereits in den anderen Beiträgen angetreten hatten, lassen wir kurz weiter ruhen, denn inzwischen ist die Weihnachtszeit an uns vorbeigerauscht. Die Zeit der Besinnung und des Zusammenkommens. Zumindest wenn man der allgemeinen Meinung Glauben schenken kann. Bei dem Einen mehr, bei dem Anderen weniger, wie ich mir vorstellen kann. Aber etwas Gutes gibt es immer zu vermelden – Geschenke :-D Wer hat sie denn nicht gern? Jaaaaaa, auch hier gibt es natürlich wieder verschiedene Meinungen, Aber hey, eigentlich freuen wir uns doch alle, wenn es etwas gibt. Aber fast so groß wie die Vorfreude des Beschenkens und der Ansturm zum Kauf der jeweiligen Geschenke ist, so groß ist mittlerweile auch der Sturm auf die Geschäfte, wenn es an das Umtauschen geht. Die Gründe mögen hier vielfältig sein und wenn es um Sachgegenstände geht, dann ist das eine Sache. Anders sieht es dann schon aus, wenn etwas Anderes geschenkt wurde.

Eines von diesem anderen könnte zum Beispiel ein Fell, große runde Knopfaugen und eine gewisse Kindlichkeit besitzen, die im Menschen etwas ganz Besonderes auslöst. Eine kleine Randbemerkung: Es gibt die ……Typen, die in ihrem Erscheinungsbild tatsächlich an einem Baby erinnern sollen. Aber, ja Ihr wisst was ich meine. Es gab DEN einen Welpen, der soooo niedlich dreingeblickt hat. Der mit tapsigen Schritten versucht hat, bei der Besichtigung auf einen zuzukommen, aber auf dem Boden nur herumgeschlittert ist. Das hohe Fiepen hat dem ganzen Ereignis dann noch die restliche Note gegeben, die es gebraucht hat sich zu entschließen – dieser kleine knuffige Kerl soll es werden. Denn man hat sich in der Familie ja schon immer einen Hund gewünscht. Insbesondere die Kinder haben einfach nicht nachgelassen in ihrem unermüdlichen Betteln.



Es wurde also der Entschluss gefasst, sich mal auf einem gängigen Portal umzuschauen. Die Auswahl hier ist ja mittlerweile schon recht hoch.

Aber die Angebote hier sind schon ziemlich teuer. 1300eu - 2500eu für einen Welpen? Und den darf man sich wahrscheinlich noch nicht einmal selbst auswählen? Nein, so viel möchte man dann doch nicht ausgeben, also greift man auf eine recht bekannte Handelsplattform zurück. Dort gab es doch das Foto von der Bande. Alle sahen so niedlich aus und das Angebot klang auch gut. „Pflegeleicht“ – „entwurmt“ – „gechipt“ – „Futter für den Anfang“ – „Familienhund“ – „mit konsequenter Liebe leicht verträglich und Kinderfreundlich“. Was soll da schiefgehen? Schnell ist die Nachricht an dem Anbieter verschickt und noch schneller gab es eine Antwort.  Dass die eigene Nachricht sehr ausführlich, detailliert und präzise war, die Rückantwort jedoch nur 5 Worte lang, irritiert jetzt nicht, denn schließlich ist man ohnehin im vorweihnachtlichen Stress und es müssen noch tausend andere Dinge erledigt und organisiert werden. Kurz und Bündig ist der Termin zur Besichtigung ausgemacht und lange dauert es nicht und man steht eben vor jenen drolligen, kleinen Wesen, die wir bereits oben im Text beschrieben hatten. Die ganze Horde springt wild um einen herum und der Anblick ist einfach nur goldig. Mit wenigen Worten erklärt der Verkäufer, was es in der nächsten Zeit mit dem 6 Woche alten Welpen zu beachten gilt, schnell wurde das Geld überreicht und ein zuckersüßer Australian Cattle Dog Welpe, findet sich unvermittelt im Familienauto wieder und es geht Richtung neuer Wohnsituation.

Fédération Cynologique Internationale (FCI)
Secrétariat Générale: Place Albert, B- 6530 Thuin
FCI-Standart Nr. 287/05.09.13/D


Australischer Treibhund (Australian Cattle Dog)

Übersetzung: Elke Peper und Dr. J.M. Paschoud, ergänzt durch Christina Bailey / Offizielle Originalsprache (EN), durch den VDH überprüft.
Datum der Publikation des gültigen Originalstandarts: 08.10.2012

Ursprung
Australien

Verwendung
Wie der Name der Rasse andeutet, ist die Arbeit dieses Hundes das Hüten und das Treiben von Vieh, sowohl in weit offenem als auch in eng begrenztem Gelände, eine Aufgabe, die er auf unnachahmliche Weise erfüllt. Er ist stets aufmerksam, äußerst intelligent, wachsam, mutig und vertrauenswürdig; seine bedingungslose Hingabe an die Pflicht prägt ihn als Arbeitshund.

Klassifikation FCI

  • Gruppe 1 Hüte- und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
  • Sektion 2 Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
  • Ohne Arbeitsprüfung

Kurzer geschichtlicher Abriss
Der Australische Treibhund ist gezüchtet worden, um beim Aufbau der Rinder Zucht im frühen Australien zu helfen. Die wichtigste gewünschte Eigenschaft war ein kräftiger, wehriger Hund, mit gro
βer Ausdauer und der Fähigkeit, wilde Rinder zusammenzutreiben und zu bewegen. Bereits importierte Rassen von Arbeitshunden besaßen diese Fähigkeiten nicht. Da die ersten Siedler nur wenige Arbeitskräfte hatten, ergaben sich hierdurch Probleme bei der Kontrolle ihrer Rinder- und Schaf-Herden. Die meisten Ländereien waren nicht eingezäunt und das Buschland war noch nicht geräumt.

Um ein reibungsloses Arbeiten mit den Schafen und Rindern sicherzustellen, bemühten die Siedler sich Hunderassen zu züchten, die diese Arbeiten für sie tun konnten.

Die frühen Siedler zeichneten nur wenig bezüglich ihrer Zucht auf, so dass es trotz intensiver Nachforschungen, den Ursprung des Australischen Treibhundes herauszufinden, unterschiedliche Meinungen gibt, welche Rassen zur Entwicklung der heutigen rassereinen Hunde beigetragen haben.
Dennoch wird allgemein angenommen, dass die Rasse ein Ergebnis ist aus einer Kreuzung von blau-schimmel Kurzhaar Collies mit dem Dingo und einer späteren Einkreuzung von Dalmatinern und schwarz mit loh Kelpie Blut. Weitere Kreuzungen wurden versucht, zum Beispiel eine Bullterrier Kreuzung, aber alle diese anderen Kreuzungen waren bei der Arbeit mit den Rindern nicht erfolgreich.

Allgemeines Erscheinungsbild
Das allgemeine Erscheinungsbild stellt einen kräftigen, kompakten und symmetrisch gebauten Gebrauchshund dar, der die Fähigkeit und den Willen hat, die ihm zugewiesene Aufgabe zu erfüllen, wie beschwerlich sie auch sei. Die Vereinigung von Substanz, Kraft, Ausgewogenheit und leistungsfähiger, starker Muskulatur muss den Eindruck von großer Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer erwecken. Jedes Anzeichen von Schwerfälligkeit oder Schwächlichkeit ist ein schwerer Fehler.

Verhalten/Charakter (Wesen)
Aufgrund seiner Ergebenheit und seines angeborenen Schutztriebes ist der australische Treibhund der geborene Beschützer für den Viehhirten, für dessen Herde und seinen Besitz.

Trotz seines natürlichen Misstrauens gegenüber Fremden muss er, besonders im Ausstellungsring, umgänglich sein. Jegliches Wesens- und Gebäudemerkmal, das die Arbeitsfähigkeit des Hundes beeinträchtigen könnte, muss als schwerer Fehler angesehen werden. Wie der Name der Rasse andeutet, ist die Arbeit dieses Hundes das Hüten und das Treiben von Vieh sowohl in weit offenem als auch in eng begrenztem Gelände, eine Aufgabe, die er auf unnachahmliche Weise erfüllt. Er ist stets aufmerksam, äußerst intelligent, wachsam, mutig und vertrauenswürdig; seine bedingungslose Hingabe an die Pflicht prägt ihn als idealen Arbeitshund.

 


Das sagt also der Standard, oft kommt es vor, dass man sich eben nicht über den Hintergrund, im Besonderen, den ehemaligen Gebrauchszweck informiert

 Jedenfalls sind es nur noch 2 Tage bis Weihnachten und solange kommt der kleine Kerl woanders unter, denn die Kinder sollen ja nichts mitbekommen. Schon sollte man sich in die Lage von dem kleinen Wesen versetzen. Die vielen neuen und völlig unbekannten Eindrücke. Die Gerüche, die vorher noch nie wahrgenommen wurden. Laute Geräusche. Menschen die gestresst sind und sich entsprechend verhalten. Die übrigens natürlich auch entsprechend riechen, denn sie sind vollgepumpt mit Cortisol und Adrenalin, was sie aus jeder Pore verströmen.

 Es ist laut und in der Transportbox – insofern man denn eine besorgt hat, ist es eng, dunkel, kalt. Sie wird aus diesem komischen Ding, dass sich schnell bewegt hat, laut war und nach Öl, Benzin und Auspuffabgasen gestunken hat, herausgezerrt und unsanft gehändelt. Der Welpe schlägt gegen die kalten Plastikwände und wird mit dem neuen Gefängnis zu einem völlig unbekannten Ort gebracht und dort achtlos abgestellt. Dann herrscht eine gruselige und unsichere Ruhe. Es ist noch immer dunkel und in der Box befinden sich auch Exkremente, denn die Blase kann der kleine Fiffi noch nicht kontrollieren.

Der Welpe hat hier unter Umständen bereits eine Tortur erlitten, keine Muster, keine Struktur, keine Sicherheit. Hier werden 2 von 3 Stressachsen bereits auf´s Äußerste beansprucht und strapaziert. Ein wahrer Hormoncocktail macht sich im Hund breit und das Warten auf das nächste Ungewisse geht weiter.

Ein kleiner Ausflug. Welche Achsen meinen wir hier? Nun es gibt 3 Stressachsen die im Hund wirken können. Wir erwähnen sie hier nur ganz sporadisch, wenn Ihr mehr darüber lesen wollt, dann kommentiert ruhig und lasst es mich wissen. Also die erste ist die Sympathikus – Nebennierenmark Achse – klingt kompliziert? Na wartet mal ab ;-) Was ist das und wie funktioniert das? Ganz einfach, stellt euch vor ihr lauft auf der Straße und jemand zündet hinter euch einen Böller, wenn ihr nicht ganz stumpf, taub oder abgelenkt seid, hört ihr einen Knall und zuckt zusammen. Ihr habt euch erschrocken. Was ist in euch passiert? In wenigen Millisekunden hat der Hypothalamus auf das vegetative Nervensystem gewirkt und Neurotransmitter ausgeschüttet, diese haben den Sympathikus und das Nebennierenmark aktiviert. Adrenalin oder Noradrenalin wurden ausgeschüttet. Verschiedene körperliche Reaktionen wurden ausgelöst. Schneller Atem, rasender Puls, Herzklopfen. Eine unwillkürliche Reaktion vom Organismus gegen die wir uns nicht erwehren können. Nützlich für die Anpassung in der Umwelt. Aushaltbarer Stress.

Jetzt kommt der richtige Hammer. Die 2. Achse. Die sogenannte Hypothalamus – Hypophysen- Nebennierenrinden – Achse. Hier werden verschiedene Hormone im Körper freigesetzt die circa 5 Minuten brauchen bis sie wirken, im Groben nach 20 Minuten ihren Höhepunkt erreichen und eine Haltwertszeit von circa einem Tag besitzen. Eine Reaktion die also über den Blutkreislauf stattfindet. Im Vergleich zu Achse 1 also wesentlich langsamer, aber dafür auch nachhaltiger.



Diese Achse wird bei unserem kleinen Geschenk also bereits maximal geflutet.

Dann der große Tag, die Freude ist groß. Bisher waren die Geschenke ja ganz nett, aber doch etwas enttäuschend. Aber es gibt noch ein letztes Geschenk. Die Kinder werden an die Hand genommen und in den Nebenraum geführt. Da wartet er. Oder besser gesagt kauert er. Die kleinen Augen schauen zu den Kindern und um alle ist es geschehen. Mit wilden Geschrei und hektischen Bewegungen rast man auf den Welpen zu, der panisch versucht zu fliehen, letzten Endes aber doch geschnappt und abgedrückt wird, wie ein Kuscheltier. Und weil es nur ein Welpe ist, streitet man sich jetzt auch noch zu allem Unglück um das arme Wesen. Wieder lautes Geschrei, wilde Geräusche, schnelle Bewegungen. Die Eltern greifen ein und alle beruhigen sich.

Am nächsten Tag gibt noch das Futter vom Verkäufer, dass man freundlicherweise mitbekommen hat. Es ist eben eine frohe Zeit.

2 Tage später. Die Familie steht auf, geht ins Wohnzimmer. Auf den Weg dorthin steigt einem ein merkwürdiger, bisher nicht gekannter Geruch in die Nase. Und dann sieht man das Unglück. Dinki, so heißt der Cattle Dog Welpe inzwischen, kauert mit traurigen Blick auf den Boden und unweit von ihm liegt ein riesiger Haufen Kot, der breit gelaufen ist und eine grünliche Farbe hat. Dinki wird geschimpft, man streitet sich, wer denn jetzt dafür verantwortlich ist, diese Sauerei wegzumachen und wieder ist es laut. Wieder verströmen diese lauten Zweibeiner diesen strengen Geruch. Nach dem die Verunreinigung beseitig ist, wendet man sich Dinki zu und hört, dass es in seinem Bauch mächtig gluckert. Er muss zum Tierarzt.

Das erste große Ärgernis, denn es ist noch der zweite Weihnachtsfeiertag und die Ärzte haben regulär geschlossen. Überhaupt hat man sich noch nicht wirklich Gedanken darübergemacht, bei welchen Arzt man denn zukünftig Patient sein möchte oder eher sein muss. Ein Telefonat bei der Nothilfe später.

 

Tierärztliche Nothilfe 0180 55 952 952

 

Man hat jetzt Auskunft darüber, welche ärztliche Bereitschaft gerade da ist. Angezogen, hingefahren. In der Klinik bekommt der Hund jetzt weitere einprägsame Eindrücke, Gerüche, Geräusche und so weiter. Der kleine Knirps wird gecheckt und man bekommt die Diagnose: Giardien.


Was sind Giardien?

·   -      Giardien sind einzellige Mikroben, die als Schmarotzer im Darm leben und dort quasi die Nährstoffe aus der Nahrung ziehen, die dort landet

·    -     sie sind weltweit verbreitet

·    -     die von Giardien ausgelöste Krankheit nennt man Giardiose

·     -    die Giardien gehören zu den Flagellaten (Geißeltierchen)

·    -     eine einzelne Gardie ist nur etwa 10 bis 20 µm groß, das sind also 10 bis 20 tausendstel(!) Millimeter

·    -     Giardien können sich als Parasiten massenhaft im Dünndarm von vielen Wirbeltierarten und auch des Menschen vermehren

·       -  bei Hunden sind Giardien mit dem häufigsten inneren Parasiten, sogenannte Endoparasiten

·         - in vielen Fällen jedoch - bei einem stabilen Immunsystem - verläuft die Giardien-Infektion ohne Symptome; das heißt, das Tier erkrankt nicht

·        - die Übertragung der Giardien-Erkrankung kann vom Tier auf den Menschen und umgekehrt erfolgen (Zoonose)

·         - die Giardiose ist hochgradig ansteckend

·       -  auch andere Haustiere wie Katzen, Kaninchen, Chinchillas, Frettchen, etc. können mit einer Giardien-Infektion angesteckt werden

·         - aber auch Wildtiere und selbst die Igel im Garten können Überträger sein

Welche Symptome treten auf?

·     -    das Hauptsymptom der Giardiose ist der extreme Durchfall

·         die Konsistenz des Durchfalls ist dabei schleimig, fettig, auch breiig bis wässrig - auch mal festerer, schleimüberzogener Kot

·   -      zeitweise können im Wechsel auch immer wieder Phasen mit ziemlich normalem Kot vorkommen

·       -  die Farbe des Durchfalls ist oft gelb bis gelbgrün

·       -  dabei übelriechend, manchmal schaumartig

·       -  im Durchfall kann auch etwas Blut enthalten sein

·       -  Appetitlosigkeit

·       -  Gewichtsverlust

·       -  auch kann leichtes Fieber mit auftreten

·      -   in sehr schweren Fällen kann es zur Schwächung des Hundes, aufgrund der mangelnden Nahrungsausnutzung bis zur Auszehrung kommen, die Parasiten 'stehlen' dem Hund die Nährstoffe

 

Ziemlich fiese Parasiten wie man sieht.

Nach der Diagnose wird ein Antibiotikum festgelegt mit dem Hinweis, dass es für den kleinen Hundedarm natürlich nicht förderlich ist, aber anders kann man nicht helfen. Missmutig geht man zur Kasse. Hier der Schock.   Wochenendpauschale, Feiertagzuschlag, teure Medikamente und man bekommt gleich mehrere Termine zu den Wiedervorstellungen, denn mit Giardien ist nicht zu spaßen.

Nach den mehrmaligen Wiedervorstellungen kommt bald die Verzweiflung. Die Giardien sind noch immer da, aber man kann nicht weiterbehandeln, da sonst der Darm zu sehr geschädigt wird. Unsicherheit und Angst machen sich breit. In der Not fängt man an im Internet zu schauen und wird dort, neben zahlreichen Werbeanzeigen, auf einen Tipp aufmerksam.

Die Morosche Möhrensuppe.



Kurz zu der Wirkungsweise der Suppe. Hauptsächlich werden Karotten über einen langen Zeitraum gekocht. Beim Kochen bilden sich in der Karotte spezielle Zuckerkristalle, die an der Darmwand andocken und es also den Giardien unmöglich machen, sich selbst dort festzusetzen

Das Grundrezept - reiner Arbeitsaufwand ca. 30 Minuten, Zeit inklusive Kochzeit 2,5 Stunden

·     -    nehmen Sie handelsübliche Karotten, für das Grundrezept 1 kg

·     -    je nach Hundegröße und Vorratshaltung kann aber auch gleich sehr viel mehr vorgekocht und eingefroren werden

·     -    Karotten waschen, die Enden abschneiden und je nach Qualität und Zustand schälen, in kleinere Stücke schneiden

·       -  mit Wasser in einem großen Topf aufgießen und einmal voll aufkochen lassen

·    -     jetzt die Kochzeit aufnehmen: ab jetzt eineinhalb Stunden (90 Min) auf niedrigerer Stufe vor sich hin köcheln lassen

·     -    zur Erinnerung: unser Ziel ist es bestimmte Zuckermoleküle, sogenannte Oligosaccharide in den Möhren zu erzeugen

·        - während der langen Kochzeit, immer wieder Wasserstand kontrollieren und ggf. etwas Wasser nachgießen

·       -  danach die Karotten abtropfen lassen und Gemüsesaft auffangen

·       -  Karotten pürieren, mit einem Elektromixer oder durch ein Sieb drücken - wenn gar nichts zum Pürieren da ist notfalls gut mit der Gabel zerdrücken

·       -  Wichtig! Umso feiner püriert wird - umso besser kommen die Oligosaccharide an die Darmwand

·        - den aufgefangenen Gemüsesaft (Kochwasser) zum Karottenpüree dazu geben

·       -  etwa 1 Gramm Kochsalz dazugeben (1 Teelöffel), ggf. den Tierarzt fragen ob darauf verzichtet werden soll, wenn z.B. eine Nierenerkrankung vorliegt

·        - die Konsistenz der Suppe sollte wie dicke Buttermilch sein

Rezept-Varianten je nach gesundheitlicher Situation des Hundes

B.2.1 Hühner-Möhren-Suppe

·  -       die Morosche Karottensuppe mit Hühnerfleisch dient zu Stärkung des Hundes

·   -      sie brauchen: ein küchenfertiges Suppenhuhn oder Hähnchenschenkel

·   -      das Huhn oder die Hähnchenschenkel mit Wasser abspülen und in Topf mit Wasser geben, etwas salzen

·   -      aufkochen lassen und etwa weitere 30 Minuten bei niederer Hitze köcheln lassen

·     -    Huhn herausnehmen und Fleisch-Stücke vom Knochen lösen (Hühnerknochen niemals dem Hund zum Abnagen geben wegen der Bruchgefahr)

·    -     die Haut (zu fett) und Innereien werden für die Hühner-Möhren-Suppe nicht verwendet

Fleisch in kleine Stücke schneiden und zum Moro-Grundrezept hinzugeben. Abkühlen lassen bis es handwarm oder kälter ist, dann erst servieren.

Nach circa 1 Woche wurden die Gebete erhört und die Giardien verschwinden endlich. So zieht etwas Zeit in´s Land.

-Der Welpe –inzwischen mit 4 Monaten kein Welpe mehr- wächst rasant heran. Er ist ein aufgedrehtes Bündel Energie, bereits jetzt schon ausgestattet mit einer nicht geahnten Kraft und Körperlichkeit. Das hohe Bellen und Kläffen bereitet Freude und ist auch witzig, wenn auch bereits etwas laut. Im Spiel ist der Cattle Dog ungestüm. Hier und da werden auch schon mal kurz die Arme gepackt. Er schlägt wilde Haken, verbeugt den Oberkörper, bellt aufgeregt und schlägt wieder wie wild Haken, rennt aufgeregt um die Kinder, die diesen Anblick lustig finden. Dann passiert es das erste Mal. Der Hund „Sticht“. (Das „Stechen“ bezeichnet bei Hüte-und Treibhunden den gezielten Biss in die Fesseln von Nutzvieh beispielsweise einer Kuh, um diese so zur Bewegung zu bringen) Er beißt die Kinder blitzschnell in die Waden, schlägt erneut Haken, kommt wieder zugestürmt und wieder hat er 2-mal zugeschnappt. Die Kinder, jetzt ängstlich, schreien. Sofort wird Dinki gerügt. Er unterbricht das Verhalten aber nicht sofort. Erst nach weiterem Schreien der Eltern, schüttelt er sich 2 Mal und verlässt die Situation mit gesenktem Kopf. „Ist er denn aggressiv?“- Kommt es einem in den Sinn. Schnell ist der Gedanke aber wieder verworfen.

Der Hund wird weiter schnell größer. Immer abwechselnd. Erst geht er in Höhe, dann folgt die Breite. Jetzt hat sich auch noch ein weiteres Problem ergeben. Die Stubenreinheit. Wer geht mit ihm raus? Auch sonst ist diese Frage immer wieder heiß diskutiert. Die Kinder sind zu klein, alles ist anstrengend, man hat nicht immer Zeit und Lust, dennoch quält man sich vor die Tür. Macht ja sonst keiner.

Wieder ergibt sich nach der Zeit ein Konflikt. Der Hund fängt an Sachen zu zerkauen, obwohl man ihn doch auslastet. Bälle werfen, Zerrspiele, die Kinder rennen mit ihm, aber er ist einfach nicht klein zu bekommen und über Nacht vergeht er sich an die Schuhe oder hat auch schon mal die Fernbedienung vom Fernseher in der Mache gehabt. Zu allem Ärger stehen auch schon wieder weitere Arztkosten durch das Impfen an. Ja es gibt keine Impfpflicht, aber dennoch kommt man indirekt nicht Drumherum, denn die Hundeschule, die man zu besuchen plant, verlangt alle Impfungen. 



Und so beugt man sich seinem Schicksal.

Weitere Zeit verstreicht, Stubenrein ist Dinki inzwischen, ebenso wie größer, kräftiger und noch ungestümer. Er fängt an „aggressiv zu beißen“, zumindest interpretiert man das Stechen als Aggession. Insbesondere die Kinder sind beim Spielen fällig, auch das Bellen bekommt inzwischen einen anderen Ton, wenn die Kinder sich nicht treiben lassen. Ebenso der Gesichtsausdruck von Dinki wenn er bellt. Die Situation spitzt sich zu und es wird der Entschluss gefasst, dass man einen Hundetrainer hinzuziehen will. Aus dem unwahrscheinlich riesigen Angebot an Trainern, Büchern, Onlinekursangeboten, Youtubevideos und klugen Ratschlägen vom Umfeld entscheidet man sich für einen Trainer. Es dauert nicht lange und das erste Treffen kommt zustande.

„Ihr dominiert sie! Dem müssen Sie mal ne Ansage machen! Sie sind der Chef“, lautet die erste Fachmeinung. Ohne jegliche Anamnese werden die ersten Tipps gegeben, die man jetzt strikt einhalten soll. Kein Streicheln, kein erhöhtes Liegen, Futter aus der Hand, Hausleine.

Man hält sich an die Ratschläge doch es passiert nichts. Im Gegenteil, man hat zeitweise das Gefühl, dass es schlimmer wird um Dinki. Es sind sich auch nicht alle Familienmitglieder sicher, ob das der richtige Weg ist. Ganz besonders die Kinder wollen ja die Nähe zum Hund, trotz der wilden Kapriolen der schlägt. Und so beschließt man sich an einer anderen Stelle Hilfe zu suchen.

Eine Trainerin soll es werden, die mit völlig Gewaltfreiem Training und Einfühlungsvermögen wirbt.

„Das ist ein totaler Angsthund, das hat nichts mit Aggression zu tun. Da hat mein Vorgänger ganz schön viel kaputt gemacht!“, heißt hier die Fachmeinung. Man solle dem Hund so viel positive Erlebnisse wie möglich versorgen. Er braucht keine Strenge, keine Disziplin und die Hände weg von Strafen. Alle fühlen sich nach dieser Beratung gleich viel besser. Man hatte ja instinktiv gespürt, dass die erste Methode nicht die richtige sein konnte. Und so zieht abermals etwas Zeit in das Land. Konfliktsituationen hat man also jetzt ignoriert. Hat der Hund an der Leine gezogen blieb man einfach stehen. Anspringen wurde ebenfalls nicht beachtet und wenn der Hund wieder in das Treiben verfallen ist, dann durfte er sich eben „auspowern“ und „mal seine 5 Minuten haben“, ungeachtet der Vehemenz des Beißens, bei dem es auch schon mal intensiver zum Zahnkontakt gekommen ist. Irgendwann wird es dennoch zu immens und außerdem wollte man ja auch dieses Problem in den Griff bekommen. Also sucht man sich auf kurz oder lang wieder woanders Rat. Da die „herkömmlichen“ Methoden nicht gefruchtet haben, kommt man auf die Idee nach alternativen Methoden zu suchen. Vagusnervtherapie, Schüßler Salze, T-Touch, Bachblüten, Frequenztöne und alle anderen möglichen Sachen die man im Netz finden kann prasseln auf einen ein. Und so schaut man, ob man auf diesen Weg etwas erreichen kann.

Aber auch hier wollen sich keine wirklichen Erfolge einstellen und am Ende kommt man zu der Überlegung, dass es vielleicht doch nicht der richtige Hund für die richtige Familie ist und so entschließt man sich den Hund in ein Tierheim zu geben, damit er weitervermittelt werden kann und schließlich muss man ja auch die Kinder schützen.

Doch auch hier geben sich unerwartet Schwierigkeiten, denn von allen Tierheimen in der Umgebung bekommt man das gleiche zuhören. „Wir sind ausgelastet, kein Platz mehr frei, das ist ja kein Notfall und kein Fall für das Tierheim, Sie haben nur noch nicht den richtigen Trainer gefunden“.

Und so bleibt die Zukunft von Dinki eine ungewisse…….



 

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