3. Die Frage nach dem Maulkorb

 


Hallo liebe Leser.

Unser Weg zum Tiergehege hat sich leider etwas verzögert 😉 Aber heute setzen wir den gemeinsamen Weg fort, wer sich nicht mehr ganz so sicher ist, wo wir stehen geblieben waren und warum wir uns überhaupt in dieser Situation befinden, kann hier noch einmal den Anschluss such und die beiden vorausgehenden Artikel lesen.  -> 1. Vom Belohnen, Bestrafen und der Gassirunde          -> 2. Gegeneinander – Nebeneinander – Miteinander ?

Wo waren wir also stehen geblieben? 

Wir hatten Überlegungen angestellt, wie unser gemeinsames Miteinander aussieht und ob es überhaupt ein solches gibt. Wie definiert es sich? Wodurch wird es bestimmt? Einige Anregungen und Gedankengänge, die mich so umtreiben, hatte ich ja bereist notiert. Wir laufen also weiter. Die Steine des Schotterweges unter unseren Füßen fühlen sich sehr hart an. Die scharfen und spitzen Kanten drücken leicht schmerzhaft durch eure Sohlen und Ihr bereut es schon fasst, mal wieder nicht auf eure innere Stimme gehört zu haben und anstatt der Wanderschuhe, nur die leichten Turnschuh angezogen zu haben. Sei es drum. Das Wetter ist weiterhin herrlich. Die leichten Sonnenstrahlen wärmen euer Gesicht, das kleine Waldstück endet und eine offene Fläche zeigt sich. Ihr könnt eine leicht ansteigende Anhöhung hinaufschauen. Und das weit, sehr weit. Rechts neben euch befindet sich ein Feld, auf dem Futterklee angebaut wird und auf der linken Seite befindet sich, ihr riecht es überdeutlich, Kamille. Das weiß der Blüten lässt das Feld regelrecht Strahlen, der leichte Wind lässt sie hin und her schwanken. Am Feldrand sieht man vereinzelt Mohnblüten stehen, die ebenfalls ihre roten Köpfe schwenken. Der intensive Duft von Kamille steigt in eure Nase. Letzte Nacht gab es einen sanften Landregen und die Sonne lässt nun die Feuchtigkeit verdunsten, die jetzt den Duft noch intensiver erscheinen lässt. Nero hat sich inzwischen dafür entschieden, die Leine freizugeben und so könnt ihr beide euren Weg fortsetzen. Jetzt allerdings angeleint. Wer hier wen angeleint hat, diese Frage ist noch zu klären 😉 


Während des Laufens, kommen euch die verschiedenen Sachen des Alltags in den Sinn. Wie viel Zerstreuungen gibt es im Laufe des Tages, die unsere Konzentration fordern und sie von anderen Dingen weglenken?! Ich meine viel zu viele, aber das wäre ein Thema für einen anderen Blog. Aber während ihr so dahinzieht, denkt ihr über genau diesen einen Facebook Post nach. Diesen Post, aus einen der zahlreichen Hundegruppen, denen ihr beigetreten seid. Der Wortlaut ist noch ganz genau in eurem Hirn.

 „Leben und leben lassen...

In letzter Zeit beobachte ich, dass bei manchem Post der erhobene Zeigefinger geschwungen wird. Es ist durchaus verständlich, dass bei manchen Themen die Meinungen auseinandergehen und gemischte Gefühle hervorrufen. Und dass ist auch okay, solange man freundlich nachfragt, statt verbal die Keule zu schwingen. Wir haben uns zwar alle für die gleiche Rasse entschieden, aber jeder Hund ist anders. Der individuelle Charakter des Hundes und seine Erfahrungen erfordern individuelle Herangehensweisen. Da braucht es auch Mal eine Abkehr vom Schwarz/Weiß Denken. Niemand muss einem anderen deswegen Inkompetenz, Faulheit oder Ähnliches unterstellen. Ich bin mir sicher jeder hat irgendein Thema, dass einem anderen Mitglied die Haare zu Berge stehen lässt. Sei es Ernährung, Maulkorb, Zeckenprophylaxe, Erziehungsfragen, Kastration, Beschäftigung etc. Mich triggert übrigens Gewicht 😂. Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Sicherlich möchte jeder nur das Beste für seinen Hund. Dies muss aber nicht der richtige Weg für ein anderes Mensch/Hund-Duo sein. Man darf auch nicht vergessen, dass am anderen Ende von Facebook echte Menschen mit echten Gefühlen sitzen. Daher ist es ratsam sich zu fragen, ob man unbedingt zu jedem Thema seinen Senf dazu geben muss. Und wenn man es getan hat und ins Fettnäpfchen getreten ist, darf man auch gerne Fehler eingestehen und die Wogen mit einer aufrichtigen Entschuldigung glätten. Niemand ist perfekt. In diesem Sinne: Seid nett zueinander, denn wir alle sind "Freunde der Entlebucher Sennenhunde". 

Wir Menschen könnten uns auch ab und zu mal einen Maulkorb verpassen.“

Uns selbst einen Maulkorb verpassen. Dass ist wirklich ein guter Rat. Der ein oder andere kennt es vielleicht. Viele wollen das allerdings nicht. Diese Menschen sind dann der Meinung: „Wenn mich etwas beschäftigt, dann muss ich es sofort los werden!“

Ich finde, dass ist auch in Ordnung. Ich selbst bin da gar nicht der Typ für. Fast könnte man uns Menschen, ebenso wie Hunde, als die berühmten „A-Typen“ und „B - Typen“ einordnen. A-Typ? B-Typ? Was könnte damit wohl gemeint sein?

Nun, sagen wir, der A-Typ ist eher der impulsive, Bauchtyp. Ihr wisst schon. Der, der gleich lospoltern muss. Man muss es eben „loswerden“. Der B-Typ hingegen ist eher so ein Kopftyp, bei dem es ein kurzes inne Halten gibt, bevor noch gehandelt wird. Das kennen wir sicherlich auch von uns. Zumindest jene, die eben diesem Typus entsprechen. Man überlegt vorher, fast schon zögerlich. Viele überdenken auch die Dinge, was durchaus auch lästig sein kann, denn zu viel Denken ist manchmal nicht förderlich, für die Handlungsbereitschaft. Aber lasst uns kurz noch einmal auf diese Sache bei unseren treuen Vierbeinern eingehen.

Viele Rassen bringen das vorhanden sein, des jeweiligen Typus mit sich. Lasst und kurz einen Überblick auf die Unterschiede werfen.

Beschreiben wir den A-Typen, einfach mal als proaktiven Hund. Den Begriff „proaktiv“ haben wir schon verwendet. Na? Wisst ihr noch in welchem Zusammenhang?  

Stark proaktive Hunde reagieren unmittelbar auf wahrgenommene Stressreize. Das können Dinge und Einflüsse aller Art von außerhalb oder auch innerhalb sein. Jeder Hundebesitzer oder Hundehalter wird es sicherlich kennen. Den Mann mit dem Hut oder dem Regenschirm. Dr Müllsack, der ab und zu Abends auf der Straße liegt und der angebellt wird. Die ältere Frau mit Rollator. Das Geräusch in weiter Ferne. Die Katze, die fauchend auf dem Bürgersteig gegenüber sitzt. Hunde reagieren auf Dinge aller Art und das zum Teil äußerst unterschiedlich. Verantwortlich sind dafür verschiedene Vorgänge im Körper, die wir uns aber in einem andere Beitrag gerne näher anschauen können. Zurück zum proaktiven Hund, dessen Reaktion also meistens blitzschnell und ohne großes Nachdenken stattfindet. Was können wir noch zu diesem Hunden sagen oder was können wir beobachten? Sie sind in ihren Bewegungen meistens schnell und fahrig. Die Umgebung wird meistens nur oberflächlich erkundet, meistens sind die Augen schon ganz woanders, während die Nase noch dem Geruch von eben nachschnüffelt. Auffällig sind ihre festen Verhaltensrituale, die sie nicht gern aufgeben, was das ein oder andere Training schon recht schwierig werden lässt. Hunde haben feste Verhaltensweisen, wie sie Stress begegnen können. Wie sie mit ihm umgehen. Die proaktiven Hunde setzen eher auf eine „fight-flight“ also „Angriff – Flucht“ – Reaktion, was den Hang zur Aggressivität doch zumindest beeinflusst, wenn nicht sogar begünstigt. Typische Beispiele für A-Typen sind Terrier jeglicher Art. Ist das jetzt schlecht oder gut? Wir Menschen müssen ja alles mögliche in Schwarz/Weiß unterteilen. Wie in dem Facebook-Post da schon da oben geschrieben wurde. Es ist weder das eine noch das andere. Bleiben wir einfach an dem Beispiel vom Terrier. Wozu wurden diese gezüchtet? Zum jagdlichen Gebrauch. Und für diese, ist es nun einmal erforderlich, dass der Hund unmittelbar reagiert. Er darf hier an dieser Stelle nicht zögern, oder die Dinge überdenken. Vielen sollen auf Sicht reagieren und handeln. Mit Führereinfluss oder ohne Führereinfluss. Dafür wurden sie gemacht. Und dafür brauchen sie eben jene Voraussetzungen, von denen wir hier geschrieben haben.

 


Dem gegenüber steht also der B-Typ. Und wenn wir den A-Typen als proaktiv einordnen, dann ordnen wir den B-Typ als „reaktiv“ ein. Lasst uns also vom reaktiven Hund schreiben. 

Der Reaktive Hund neigt eher zu passiven Meidestrategien. Wisst ihr welche das sein könnten? Schreibt es ruhig in die Kommentare, diese Funktion möchte auch benutzt werden :-D 

Neben diesen Reaktionen auf Stress, ist der B-Typ natürlich, wie schon bereits erwähnt, eher darauf ausgelegt in längerfristigen Reaktionen zu investieren. Außerdem ist er wesentlich flexibler was veränderte Umweltbedingungen und somit Verhaltensweisen angeht. Ich meine hier nicht das Klima, sondern alle Veränderungen im direkten Umfeld des Hundes. Hier werden also nicht so straffe Verhaltensmuster gebildet, die auch nicht so schnell aufgegeben werden. Auch wenn der Begriff an dieser Stelle nicht korrekt erscheint, so könnte man doch behaupten, Hunde von diesem Typ sind experimentierfreudiger. Allerdings hält bei diesen Hunden die Stressaktivierung länger an. Der Grund hierfür ist in inneren Vorgängen zu suchen. Aber davon später an andere Stelle mehr.

 Zu welchem Typ würdet ihr euch selber einordnen? Oder liegt ihr irgendwo dazwischen? Ich bin eher der B-Typ, aber ich bin noch am rätseln, ob mein Vierbeiner auch einer ist. 

Im übrigen sind diese Überlegungen recht interessant auf Hinsicht des Hund/Menschen  -Duo´s. Entstehen Probleme wenn ein proaktiver Hund, einem reaktiven Menschen anvertraut ist? Wie gut passt das zusammen? Interessante Ansätze, die wir in späteren Beiträgen noch verfolgen werden, so lange könnt ihr euch ja auch eine Meinung diesbezüglich bilden.

Ich setze meinen Weg fort. Die Kamille duftet noch immer fantastisch. Nero wechselt unterdessen von einer Seite auf die andere. Ganz fokussiert auf den Boden und deren Gerüche die dort lauern und mit diesen, Informationen jeglicher Art. Habt ihr euch schon einmal gefragt, was unsere Hunde dort wohl wahrnehmen? Auf welche Art und Weise? Was sie hören? Ich stelle mir das öfters vor, wie intensiv die Umgebung, diese Welt eigentlich für Tiere sein muss. Ganz fokussiert und voller Hinweise. Voll vom Geschehen, dass uns, unser ganzes Leben lang verborgen bleibt.

Wieder kommen mir Gedanken zu dem Post, den die Userin verfasst hat.

 „Ich bin mir sicher jeder hat irgendein Thema, dass einem anderen Mitglied die Haare zu Berge stehen lässt. Sei es Ernährung, Maulkorb, Zeckenprophylaxe, Erziehungsfragen, Kastration, Beschäftigung etc.“ 

So viel Themen. Weitere Gedanken für spätere Beiträge, doch jetzt trifft mich nur ein Gedanke: „Maulkorb!“ Verdammt, ich habe gar keinen dabei. Um ehrlich zu sein, besitze ich noch nicht mal einen, ganz zu Schweigen davon, dass ich Nero noch nie an einen gewöhnt habe. Warum eigentlich nicht? Was mache ich, wenn in dem Tierpark eine Maulkorbpflicht herrscht? Gibt es denn eigentlich einen Maulkorbpflicht in Deutschland? Ich bleibe stehen und zücke das Handy. Schnell mal Google befragen und was stellen wir fest? Es ist dasselbe wie mit unser Leinenpflicht. Überall in Deutschland gelten andere Regeln. Teilweise können sogar die Gemeinden eigene Richtlinien aufstellen, ob in der jeweiligen Region in der Öffentlichkeit ein Maulkorbzwang besteht. Meist entscheidet die Verwaltungsbehörde, das Ordnungsamt, über Leinenpflicht und die Maulkorbverordnung. Hier solltet ihr euch also direkt an die Stadtverwaltung wenden, um genau Auskunft zu erhalten.

Aha, war ja klar. Aber wieder kommt mir der Gedanke: „Warum hast du ihn eigentlich noch nie an einen Maulkorb gewöhnt?“ Eine gute Frage, aber eine wirkliche Antwort finde ich darauf nicht. Ich meine im Urlaub wäre das schon praktisch. In der Gondel, in den öffentlichen Verkehrsmitteln und so weiter. Mir fallen auch sofort einige Hundebegegnungen ein, bei denen es besser gewesen wäre, hätten die Hunde einen Maulkorb besessen. Die Vorteile liegen eigentlich klar auf der hand. Der Halter hat schon mal 90% weniger Angst und natürlich spielt hier der Sicherheitsaspekt eine tragende Rolle. Meine Umgebung ist abgesichert, mein Hund ist es und ich bin es auch. Zu dem freut sich auch die Versicherungsanstalt, wenn ihnen der ein oder andere Fall erspart bleibt. Wie steht es mit euch? Habt ihr eure Freunde an den Maulkorb gewöhnt? Sicherlich kommen damit auch einige andere Fragen zu Stande.

Ist ein Maulkorb für Hunde Tierquälerei?

Welcher Maulkorb ist zu empfehlen?

Wie finde ich den richtigen Maulkorb für meinen Hund?

Wann soll ein Hund ein Maulkorb tragen?

Was ist besser Maulschlaufe oder Maulkorb?

Welche Rassen brauchen Maulkorb?

Wie fühlt sich ein Hund mit Maulkorb?

Was ist der beste Maulkorb für Hunde?

Welche Größe sollte ein Maulkorb haben?

Wie sieht es aus, wenn ein Maulkorb richtig sitzt?

Wird ein Hund mit Maulkorb ruhiger

Wenn Hunde einen Maulkorb tragen, dann muss dieser auch bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Das Tier darf nicht am Atmen, Hecheln oder Trinken gehindert werden. Zugleich darf der Maulkorb das Tier nicht verletzen oder an der üblichen und normalen Bewegung hindern. Das Ziel ist natürlich klar. Das Zubeißen oder nach Personen und anderen Hunden zu schnappen soll verhindert werden. Es gibt verschiedene Seiten im Netz, die auch eine individuelle Anpassung beziehungsweise Herstellung anbieten. Ganz genau abgestimmt auf den Hund. Insbesondere bei Hunde, die einen Maulkorb dauerhaft tragen müssen, ist das natürlich ein Thema und von Vorteil.



 Wer exakte Informationen zu diesem Thema möchte, dem sei der folgende Link sehr an´s Herz gelegt. Super detailliert und ausführlich beschrieben, zu allen wichtigen Fragen, die mit dem Thema einhergehen.

Bitte Klick mich -> Wissenswertes über Maulkörbe

Wenn ich meinen schnüffelnden Hund so betrachte, dann steht für mich fest, Maulkorbtraining wird kommen. Wie ich das angehen werde, dafür wird auch ein neuer Beitrag herhalten. 

Bis dahin hoffe ich, dass der Tierpark von der Maulkorbpflicht befreit ist und wünsche euch, meinen Lesern noch eine schöne Zeit bis zum nächsten Beitrag.



Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

9 Von unbedachten Geschenken

6. Freude und Leid liegen manchmal so verdammt nah beieinander oder Marie 2.0 - Ein Erlebnisbericht